Es fällt auf, dass im Gegensatz zu vielen anderen Belegen der Poststempel von Bonn nicht aptiert ist. Hätte aber auch keinen großen Sinn gehabt, da auf dem Vordruck ja der Ort des Lagers aufgedruckt ist.
Neben dem eigentlich ausreichenden Prüfstempel Nr. 35 prangt auf der Vorderseite noch ein Briefstempel der "Gruppe Abwehr" des Stalag. Dies findet man zwar hin und wieder auf KGF Belegen, ist aber ein deutlicher Regelverstoß, da es untersagt war die Post mit Hoheitszeichen oder Propaganda zu versehen.
Interessant auch der Ort des Arbeitskommandos des Gefangenen - die "Hardthöhe" ist ja seit ca. 1960 Sitz des Verteidigungsministeriums.
Man könnte etwas kauzig formulieren "Jetzt weiß man, wo der Chef der Zensur saß ..." ... Besonders interessant: der Lagerinsasse beklagt sich bei seinen Angehörigen über die Zustände im Lager - und der "censeur-chef" entschuldigt diese mit der momentanen Überbelegung. Ich hätte eher erwartet, dass die Zensur die "Meckereien" entfernt oder den ganzen Brief vernichtet hätte. Schön, dass sie letzteres nicht getan hat.